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Hicksgesetz – Warum zu viele Optionen auf Ihrer Website Kunden kosten

Das Hicksgesetz erklärt, warum Ihre Website-Besucher nicht anfragen – obwohl sie da sind

Ich sehe es in fast jedem Erstgespräch: Ein Unternehmer sitzt mir gegenüber, frustriert. Budget für SEO ausgegeben, Anzeigen geschaltet, Social Media bespielt – und trotzdem kommen kaum Anfragen über die Website. Die Besucher kommen auf Ihre Website, scrollen vielleicht kurz, und verschwinden wieder. Keine Kontaktanfrage, kein Anruf, kein ausgefülltes Formular. Der Grund dafür liegt häufig nicht im fehlenden Traffic, sondern in einem psychologischen Prinzip, das 1952 von den Psychologen William Edmund Hick und Ray Hyman formuliert wurde: dem Hicksgesetz. Dieses Gesetz besagt, dass die Entscheidungszeit eines Menschen logarithmisch mit der Anzahl der verfügbaren Optionen steigt. Übertragen auf Webdesign bedeutet das: Je mehr Menüpunkte, Buttons, Links, Slider und Auswahlmöglichkeiten Ihre Website gleichzeitig präsentiert, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Besucher gar nicht handelt. Fachbegriff dafür: Entscheidungslähmung – oder Choice Overload. Klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es ist einer der häufigsten Gründe, warum Websites keine Anfragen generieren. In meiner Arbeit als Webdesigner fällt mir auf: Websites mit mehr als sieben Hauptnavigationspunkten haben fast immer eine deutlich höhere Absprungrate. Das ist kein Zufall – das ist Hick in Aktion. Für Unternehmen, die über ihre Website Kunden gewinnen wollen, ist das Hicksgesetz daher nicht nur ein akademisches Konzept – es ist ein strategisches Werkzeug, das über Umsatz und Wachstum entscheidet.

Nach über 100 Website-Projekten kann ich das Muster im Schlaf runterbeten: Die Startseiten mit den höchsten Conversion-Raten sind nicht die mit dem meisten Content oder den aufwändigsten Animationen. Es sind die Seiten, die dem Besucher in den ersten drei Sekunden exakt einen klaren nächsten Schritt anbieten. Einer meiner Kunden, ein Handwerksbetrieb aus dem Rheinland, hatte elf Menüpunkte. Elf! Wir haben auf fünf reduziert und den Kontakt-Button größer gemacht. Sonst nichts. Das Ergebnis: 34 Prozent mehr Anfragen. Kein Redesign, keine neue Website. Nur eine bewusstere Anwendung des Hicksgesetzes.

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Die mathematische Grundlage: Warum mehr Auswahl nicht mehr Freiheit bedeutet

Das Hicksgesetz wird durch die Formel RT = a + b × log₂(n) beschrieben. RT steht für die Reaktionszeit, n für die Anzahl der gleichwertigen Optionen, a und b sind experimentell bestimmte Konstanten. Was heißt das? Verdoppeln Sie die Optionen von zwei auf vier, braucht Ihr Besucher nicht doppelt so lang. Aber er braucht spürbar länger. Klingt harmlos? In der Praxis summiert sich dieser Effekt jedoch über jede einzelne Entscheidung, die ein Besucher auf Ihrer Website treffen muss. Von der Navigation über die Seitenstruktur bis hin zum Kontaktformular – jede zusätzliche Option erhöht die kognitive Last und damit die Wahrscheinlichkeit, dass der Besucher den einfachsten Weg wählt: die Seite zu verlassen.

Was diese Formel in der Praxis bedeutet, lässt sich an einem einfachen Beispiel festmachen. Konkretes Beispiel aus einem meiner Projekte: Eine Physiotherapiepraxis in Köln. 14 verschiedene Behandlungsarten, alle als gleichwertige Menüpunkte. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 23 Sekunden – kaum genug Zeit, um auch nur den oberen Seitenbereich zu erfassen. Meine Lösung war simpel: Drei Hauptkategorien, die sich erst bei Klick öffnen. Die Verweildauer stieg auf über zwei Minuten, die Anfragen über das Kontaktformular nahmen um 40 Prozent zu.

Die Psychologen Sheena Iyengar und Mark Lepper haben diesen Effekt in einer bekannten Studie zum sogenannten Marmeladenexperiment eindrucksvoll belegt. In einem Supermarkt wurden an einem Stand sechs Marmeladensorten angeboten, an einem anderen vierundzwanzig. Der Stand mit vierundzwanzig Sorten zog zwar mehr Aufmerksamkeit auf sich, doch die Kaufrate war zehnmal niedriger als beim Stand mit nur sechs Sorten. Dieses Ergebnis lässt sich direkt auf das Webdesign übertragen: Eine überladene Startseite mag beeindruckend wirken, aber sie konvertiert schlechter als eine fokussierte Seite mit wenigen, klaren Handlungsoptionen.

Hicksgesetz im Webdesign: Wo die häufigsten Fehler passieren

Hand aufs Herz: Die meisten Unternehmenswebsites, die ich audite, verstoßen gegen das Hicksgesetz. Und die Betreiber haben keine Ahnung davon. Das beginnt bei der Navigation: Zwölf oder mehr Hauptmenüpunkte, dazu Dropdown-Menüs mit jeweils weiteren acht bis zehn Unterpunkten – das ergibt schnell über hundert sichtbare Optionen, bevor der Besucher überhaupt die eigentliche Seite gelesen hat. Die Folge ist messbar: Die Verweildauer sinkt, die Absprungrate steigt, und die Conversion-Rate bleibt unter dem Potenzial.

Ein weiterer typischer Verstoß findet sich auf Startseiten mit mehreren gleichwertigen Call-to-Action-Buttons. Wenn ein Besucher gleichzeitig aufgefordert wird, einen Termin zu buchen, ein E-Book herunterzuladen, den Newsletter zu abonnieren und ein Kontaktformular auszufüllen, dann ist die wahrscheinlichste Reaktion: keine davon. Das Hicksgesetz sagt voraus, dass die Entscheidungszeit in genau dieser Situation dramatisch ansteigt – und mit ihr die Wahrscheinlichkeit der Entscheidungslähmung.

Auch Produktseiten in Online-Shops sind betroffen. Filtermöglichkeiten, Sortieroptionen, Varianten, Farben, Größen, Bewertungen, verwandte Produkte, kürzlich angesehen – all das sind Stimuli, die das Hicksgesetz aktivieren. Die Kunst besteht nicht darin, dem Nutzer möglichst viele Optionen zu geben, sondern die Optionen so zu strukturieren, dass die Entscheidung leichtfällt. Progressive Disclosure, also das schrittweise Enthüllen von Informationen, ist eine bewährte Methode, um die kognitive Last zu reduzieren, ohne auf Inhalte zu verzichten.

Fünf konkrete Maßnahmen, die das Hicksgesetz in Conversions verwandeln

Die erste und wirkungsvollste Maßnahme ist die Reduktion der Hauptnavigation auf maximal fünf bis sieben Punkte. Jeder Menüpunkt, der nicht direkt zur Conversion oder zur wichtigsten Information führt, ist ein Hindernis. Sekundäre Inhalte wie Impressum, Datenschutz oder Karriereseiten gehören in den Footer, nicht in die Hauptnavigation. Diese einfache Anpassung allein kann die Conversion-Rate um zehn bis dreißig Prozent steigern – je nachdem, wie überladen die Navigation vorher war.

Die zweite Maßnahme betrifft die Call-to-Action-Struktur. Jede Seite sollte genau ein primäres Ziel haben. Auf einer Dienstleistungsseite ist das die Kontaktanfrage. Auf einer Produktseite der Kauf. Auf einem Blogartikel die Newsletter-Anmeldung oder der Kontakt. Alles andere ist sekundär und darf visuell nicht mit dem primären CTA konkurrieren. Der primäre Button sollte sich durch Farbe, Größe und Positionierung deutlich abheben.

Die dritte Maßnahme ist die Strukturierung von Inhalten durch visuelle Hierarchie. Überschriften, Absätze und Weißraum helfen dem Besucher, die Seite zu scannen, ohne jede einzelne Zeile lesen zu müssen. Das Hicksgesetz wirkt nicht nur bei expliziten Wahlmöglichkeiten, sondern auch bei der impliziten Entscheidung, wohin der Blick als Nächstes wandern soll. Eine klare visuelle Hierarchie reduziert diese kognitive Last erheblich.

Die vierte Maßnahme betrifft Formulare. Jedes zusätzliche Formularfeld ist eine Entscheidung, die der Nutzer treffen muss: Was schreibe ich hier rein? Ist das ein Pflichtfeld? Was passiert mit meinen Daten? Studien belegen, dass die Reduktion von Formularfeldern von sieben auf drei die Abschlussrate um bis zu fünfundzwanzig Prozent steigern kann. Name, E-Mail und Nachricht – mehr braucht ein Kontaktformular in den meisten Fällen nicht.

Die fünfte Maßnahme ist die Verwendung von Defaults und Empfehlungen. Anstatt dem Nutzer drei gleichwertige Pakete anzubieten, markieren Sie eines als empfohlen. Anstatt zehn Filterkategorien gleichzeitig anzuzeigen, starten Sie mit den drei beliebtesten. Das Hicksgesetz lässt sich nicht nur durch Reduktion, sondern auch durch intelligente Vorauswahl entschärfen.

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Fehler, die Unternehmen beim Webdesign immer wieder machen

Ich erzähle Ihnen mal, was mir letzte Woche untergekommen ist. Ein Steuerberater. Seine Startseite: acht verschiedene Leistungen verlinkt, drei (!) verschiedene Kontaktformulare und obendrauf ein Slider mit sechs Bildern. Willkommen in der Entscheidungshölle. Das Ergebnis: eine Absprungrate von über 78 Prozent. Nach der Reduktion auf eine klare Hauptbotschaft mit einem einzigen Call-to-Action sank die Absprungrate auf 41 Prozent – und die monatlichen Anfragen verdoppelten sich innerhalb von sechs Wochen.

Der häufigste Fehler, den ich sehe: Die Navigation bildet die interne Firmenstruktur ab, nicht die Denkweise der Kunden. Viele Unternehmen strukturieren ihre Website nach Abteilungen oder Produktkategorien, die intern Sinn ergeben, aber für den Besucher keine klare Orientierung bieten. Das Ergebnis ist eine Navigation mit zehn oder mehr Punkten, die alle gleich gewichtet sind. Der Besucher muss jede Option lesen und bewerten, bevor er sich entscheiden kann – ein klassischer Verstoß gegen das Hicksgesetz, der zu hohen Absprungraten führt.

Zweiter Klassiker: Fünf verschiedene Handlungsaufforderungen auf einer Seite. Wenn der Besucher gleichzeitig anrufen, mailen, chatten, ein Formular ausfüllen und einen Termin buchen kann, dann konkurrieren fünf CTAs um seine Aufmerksamkeit. Die Folge: Er wählt keine davon. Eine professionelle Website hat pro Seite ein klares Hauptziel und führt den Besucher mit einer einzigen, unmissverständlichen Handlungsaufforderung dorthin.

Und dann die Slider. Mein persönlicher Favorit unter den überflüssigen Webdesign-Elementen. Jeder Slide ist eine neue Option, die um die Aufmerksamkeit des Besuchers konkurriert. Untersuchungen zeigen, dass weniger als ein Prozent der Besucher überhaupt auf einen Slider klickt, und von diesen entfallen über achtzig Prozent auf den ersten Slide. Die restlichen Slides sind nicht nur wirkungslos, sie erhöhen auch die Ladezeit und die kognitive Belastung. Ein statisches Hero-Element mit einer klaren Botschaft und einem einzigen CTA ist in nahezu jedem Fall die bessere Lösung.

Last but not least: Filter-Overload in Online-Shops. In Online-Shops ist die Versuchung groß, dem Kunden maximale Filtermöglichkeiten zu bieten. Doch ohne intelligente Defaults und eine klare Hierarchie führt das zu Entscheidungslähmung. Die erfolgreichsten E-Commerce-Plattformen setzen auf progressive Offenlegung: Zunächst werden wenige, relevante Kategorien angezeigt, weitere Optionen erscheinen erst auf Nutzerinteraktion.

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Hicksgesetz und Conversion-Optimierung: Zahlen, die überzeugen

Die Auswirkungen des Hicksgesetzes auf die Conversion-Rate sind messbar und in zahlreichen Studien belegt. Google hat in einer internen Analyse festgestellt, dass die Reduktion der Suchergebnisse von dreißig auf zehn pro Seite zu einer höheren Nutzerzufriedenheit und schnelleren Entscheidungen führte. Amazon testet kontinuierlich die Anzahl der sichtbaren Optionen auf Produktseiten und hat festgestellt, dass weniger prominente Alternativvorschläge die Kaufrate des Hauptprodukts steigern. Gerade bei meinen Kunden – überwiegend KMU mit überschaubarem Budget – sehe ich den Effekt am stärksten: Eine Startseite, die von acht Handlungsoptionen auf zwei reduziert wird, kann die Anfragequote verdoppeln oder verdreifachen.

In der Praxis lässt sich das Hicksgesetz durch A/B-Tests überprüfen. Erstellen Sie eine Variante Ihrer Startseite mit reduzierter Navigation und einem einzigen prominenten CTA. Vergleichen Sie diese über vier bis sechs Wochen mit der bestehenden Version. In den meisten Fällen wird die fokussierte Variante eine deutlich höhere Conversion-Rate erzielen – bei gleichbleibendem Traffic. Diese Erkenntnis ist besonders wertvoll für Unternehmen, die bereits gute Rankings und ordentlichen Traffic haben, aber die Besucher nicht in Anfragen verwandeln können.

Das Hicksgesetz im Kontext anderer UX-Gesetze

Jetzt wird es kurz nerdig – aber bleiben Sie dran, denn das hier ist Gold wert für Ihre Website. Das Hicksgesetz arbeitet nicht allein. Das Fittssche Gesetz besagt, dass die Zeit, um ein Ziel zu erreichen, von der Distanz und der Größe des Ziels abhängt – ein großer, gut positionierter Button wird schneller angeklickt als ein kleiner, versteckter Link. Zusammen mit dem Hicksgesetz ergibt sich eine klare Gestaltungsregel: Wenige Optionen, die groß und prominent dargestellt werden, führen zu den schnellsten und häufigsten Interaktionen.

Das Millersche Gesetz ergänzt das Hicksgesetz aus einer anderen Perspektive: Die meisten Menschen können gleichzeitig nur etwa sieben (plus oder minus zwei) Informationseinheiten im Arbeitsgedächtnis halten. Eine Navigation mit zwölf Punkten überfordert also nicht nur die Entscheidungsfähigkeit, sondern auch die Merkfähigkeit. Der Besucher kann sich schlicht nicht an alle Optionen erinnern, die er gerade gesehen hat, was die Orientierung auf der Website zusätzlich erschwert.

Auch das Jakob-Nielsen-Gesetz spielt eine Rolle: Nutzer verbringen den Großteil ihrer Zeit auf anderen Websites und erwarten daher, dass Ihre Website ähnlich funktioniert. Eine ungewöhnliche Navigation mit vielen unkonventionellen Optionen verstößt gleichzeitig gegen das Hicksgesetz und gegen die Erwartungshaltung der Nutzer – eine doppelte Belastung, die fast immer zu höheren Absprungraten führt.

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Was kostet eine professionelle UX-Optimierung nach dem Hicksgesetz?

Eine gezielte Conversion-Optimierung auf Basis des Hicksgesetzes beginnt bei der Analyse der bestehenden Website-Struktur. Bei mir kostet ein vollständiger UX-Audit mit konkreten Handlungsempfehlungen je nach Umfang zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Die Umsetzung der Empfehlungen – also die tatsächliche Vereinfachung der Navigation, Neustrukturierung der Seiten und Optimierung der CTAs – bewegt sich bei WordPress-Websites typischerweise zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Komplexere Projekte mit E-Commerce-Integration, mehrsprachigen Strukturen oder umfangreichen Landingpage-Systemen können 10.000 bis 20.000 Euro kosten.

Entscheidend ist jedoch nicht der absolute Preis, sondern der Return on Investment. Wenn eine Website aktuell bei 1.000 monatlichen Besuchern zwei Anfragen generiert und durch eine UX-Optimierung auf sechs Anfragen steigt, dann hat sich die Investition bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 5.000 Euro innerhalb weniger Wochen amortisiert. Das Hicksgesetz liefert den theoretischen Rahmen, aber die Umsetzung in messbaren Ergebnissen ist das, was den Unterschied macht.

Wie lässt sich das Hicksgesetz im Webdesign konkret umsetzen?

Genug Theorie. So setzen Sie das Hicksgesetz morgen um – Schritt für Schritt. Zählen Sie die Anzahl der Klickmöglichkeiten auf Ihrer Startseite – jeder Link, jeder Button, jedes Menüelement zählt. Liegt die Zahl über zwanzig, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie Besucher verlieren. Reduzieren Sie dann schrittweise: Welche Menüpunkte können zusammengefasst werden? Welche CTAs können entfernt oder in den Footer verschoben werden? Welche Inhalte können hinter Progressive Disclosure versteckt werden, sodass sie nur bei Bedarf erscheinen?

Im nächsten Schritt definieren Sie für jede Seite ein einziges primäres Ziel. Auf der Startseite ist das meist die Weiterleitung zur wichtigsten Dienstleistungsseite oder direkt zum Kontaktformular. Auf Produktseiten ist es der Kauf. Auf Blogartikeln die Kontaktaufnahme oder Newsletter-Anmeldung. Alles, was nicht diesem Ziel dient, wird visuell abgestuft oder entfernt. Das Ergebnis ist eine Website, die den Besucher nicht fragt, was er tun möchte – sondern ihm zeigt, was er als Nächstes tun sollte.

Was bedeutet das Hicksgesetz für die mobile Nutzung?

Auf dem Handy? Da dreht Hick erst richtig auf. Der kleinere Bildschirm bedeutet, dass weniger Optionen gleichzeitig sichtbar sind, was grundsätzlich positiv ist. Gleichzeitig sind die Interaktionsmöglichkeiten eingeschränkt: Tippen ist ungenauer als Klicken, Scrollen erfordert mehr Aufwand, und die Aufmerksamkeitsspanne ist im mobilen Kontext tendenziell kürzer. Eine mobile Navigation mit einem Hamburger-Menü, das beim Öffnen zwölf Optionen anzeigt, ist ein klassischer Verstoß gegen das Hicksgesetz im mobilen Kontext.

Professionelle mobile Websites setzen stattdessen auf eine Kombination aus reduzierter Navigation, prominenten Kontakt-Buttons und einer klaren visuellen Hierarchie, die den Daumen des Nutzers intuitiv zum nächsten Schritt führt. Die Thumb Zone – der Bereich des Bildschirms, den der Daumen bequem erreichen kann – sollte für den primären CTA reserviert sein. Sekundäre Optionen werden weiter oben oder in einem kompakten Menü untergebracht.

Wie kann das Hicksgesetz meine Website zum Vertriebsinstrument machen?

Eine Website, die das Hicksgesetz konsequent anwendet, wird automatisch zum Vertriebsinstrument. Der Besucher wird nicht mit Optionen überflutet, sondern durch einen klaren Pfad geführt: von der Landingpage über die relevanteste Dienstleistungsseite zum Kontaktformular. Jede Seite hat ein Ziel, jeder Abschnitt führt zum nächsten, und der Besucher muss keine Entscheidung treffen außer der, die Sie ihm anbieten. Das ist keine Manipulation. Das ist Respekt vor der Zeit Ihrer Besucher. Sie respektieren die kognitive Kapazität Ihres Besuchers und machen es ihm so einfach wie möglich, das zu finden, was er sucht.

In der Praxis bedeutet das: Weniger ist nicht nur mehr – weniger ist messbar profitabler. Meine Kunden berichten nach einer Hicksgesetz-Optimierung regelmäßig von Steigerungen der Conversion-Rate zwischen dreißig und hundert Prozent. Kein Witz. Der Aufwand dafür ist vergleichsweise gering, denn es geht nicht darum, neue Inhalte zu erstellen, sondern bestehende Inhalte besser zu strukturieren und unwichtige Elemente zu entfernen.

Häufig gestellte Fragen zum Hicksgesetz

Was genau besagt das Hicksgesetz?

Kurz gesagt: Je mehr Optionen, desto länger die Entscheidung – und desto wahrscheinlicher die Nicht-Entscheidung. Formuliert haben das 1952 die Psychologen William Edmund Hick und Ray Hyman. Die Entscheidungszeit steigt dabei logarithmisch mit der Anzahl der Optionen. Im Webdesign bedeutet das: Je mehr Auswahlmöglichkeiten eine Website gleichzeitig präsentiert, desto länger dauert die Entscheidung des Besuchers – und desto wahrscheinlicher verlässt er die Seite, ohne zu handeln.

Wie viele Menüpunkte sollte eine Website nach dem Hicksgesetz haben?

Eine Hauptnavigation sollte idealerweise zwischen fünf und sieben Punkte umfassen. Diese Zahl deckt sich sowohl mit dem Hicksgesetz als auch mit dem Millerschen Gesetz, das die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses beschreibt. Sekundäre Seiten wie Impressum, Datenschutz oder Karriere gehören in den Footer. Dropdown-Menüs sollten sparsam eingesetzt werden und pro Kategorie nicht mehr als fünf bis sieben Unterpunkte enthalten.

Gilt das Hicksgesetz auch für Online-Shops und E-Commerce?

Das Hicksgesetz gilt besonders stark für Online-Shops, da diese typischerweise viele Produkte, Filter und Sortiermöglichkeiten gleichzeitig anzeigen. Die Lösung liegt in der progressiven Offenlegung: Zeigen Sie zunächst wenige Hauptkategorien, lassen Sie den Nutzer sich schrittweise verfeinern. Empfehlungen und Bestseller-Markierungen helfen, die Auswahl zu erleichtern und die Entscheidungslähmung zu vermeiden.

Wie kann ich testen, ob meine Website gegen das Hicksgesetz verstößt?

Zählen Sie die Anzahl aller klickbaren Elemente auf Ihrer Startseite – Links, Buttons, Menüpunkte, Slider-Pfeile, Social-Media-Icons. Liegt die Zahl über zwanzig, ist eine Optimierung wahrscheinlich sinnvoll. Nutzen Sie zusätzlich Heatmap-Tools wie Hotjar oder Microsoft Clarity, um zu sehen, wo Besucher tatsächlich klicken. Ein A/B-Test mit einer reduzierten Version der Seite liefert dann den messbaren Beweis für die Wirkung des Hicksgesetzes auf Ihre Conversion-Rate.

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Autor

David Keiser

David Keiser bringt über 10 Jahre Erfahrung im Webdesign und der Suchmaschinenoptimierung mit und gilt als ausgewiesener Experte aus Recklinghausen.

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